Zum Spiel muss ich nicht soviel schreiben, bei 23,8 Mio. Zuschauern und 73% Marktanteil gestern abend haben die meisten das Spiel ja gesehen. Das Spiel war nicht sonderlich toll, eher schlecht. Deutschland lässt eine handvoll Chancen aus, Neuville haut das Ding dann doch noch rein.
Die Stimmung im Stadion trotz magerkost auf dem Rasen: Einmalig! Die deutsche Mannschaft wurde konsequent von den Fans unterstützt. Lukas Podolski wurde trotz katastrophaler Leistung nach einer vergebenen Torchance kurz vor der Halbzeitpause mit Sprechchören unterstützt. So kann der von Metzelder optische "Schulterschluss" der deutschen Fußballfans mit der Nationalmannschaft aussehen.
Nebenbei war viel Prominenz am Stadion zu sehen. An meinem Info-Point Rabenloh/Strobelallee fuhr das Kabinett der Bundesregierung mit Geleitschutz und hohen Geschwindigkeiten an uns vorbei.Das ständige Drehen von Rotorblättern der Hubschrauber war zu hören, die auf dem Trainigsgelände von Borussia Dortmund landeten.
Nebenbei konnte ich Reiner Holtzschuh (Chefredakteur kicker), Horst Heldt (Ex-Spieler und Manager vom VFB Stuttgart), Florian Kringe, Roman Weidenfeller und die Moderatorin von "taff" (keine Ahnung wie die heisst, sie soll aber die Freundin von Metzelder sein) an unserem Info-Point vorbei gehen, bzw. unseren Info-Point und unsere Hilfe nutzen sehen.
Dann zu den Fangruppen: Die polnischen Fans am und im Stadion waren recht euphorisch, aber nicht aggressiv.
Dann etwas zu den deutschen Fans, und diese Erfahrung haben auch viele andere Volunteers gemacht:
Während am Samstag die "Trinibagonier" und die Schweden äusserst freundlich zu uns waren und sich uns dankbar zeigten wenn wir eine Hilfe sein konnten, kann man das nur von den wenigsten Deutschen behaupten. Das Gegenteil ist sogar der Fall: Viel zu oft wurden wir mit einem barschen "Wo muss ich hin?" angesprochen und dabei wurde uns ein Ticket unter die Nase gehalten. Ein "Hallo" oder ein "Guten Abend" brachten vielleicht nur ein viertel der Deutschen über die Lippen, wenn sie uns ansprachen. Genauso wie ein "Danke", das für viele scheinbar nicht mehr zum Wortschatz zählt. Wenn die Zuschauer ihre nötigen Infos erhielten, drehten sich sehr viele um und gingen wortlos weiter. Aber es gab nicht nur Fans dieser Art, sondern auch sehr nette. Nur waren die erschreckenderweise in der Minderheit.
Zudem wurden polnische Fans von Deutschen häufig provoziert mit Klischees, die wirklich überflüssig sind.
Trotzdem: Eine absolute Note "5" in diesem Punkt für das deutsche Fanlager! Im Vergleich dazu, erhalten die Schweden und Trinibagonier eine Note "1" von mir.
Ich hoffe, wir sehen noch genug Spiele anderer Nationen in Dortmund. Die ausländischen Anhänger sind viel interessanter und freundlicher.
Die umgänglichsten deutschen Fans waren übrigens die Zuschauer aus dem Hospitality-Bereich.
Naja, "Die Welt zu Gast bei Freunden" scheint nicht für alle zu gelten.

Die polnische Mannschaft erreicht das Stadiongelände

Direkt im Anschluss kommt die deutsche Mannschaft

Schulterschluss

Die Spannung vorm Anpfiff

Nevermind the Ballack

Goldjunge